Narm™ (Neuro Affective Relational Model™) - zu Deutsch "Neuroaffektives Beziehungsmodell™ ist ein ganzheitlicher, entwicklungsorientierter, psychotherapeutischer Therapieansatz zur Behandlung von Bindungs-, Entwicklungs- und komplexen Traumata und ihren langfristigen Folgen.
Lawrence Heller, der Begründer dieses Ansatzes, beschreibt dabei 5 Kernbedürfnisse die idealerweise beim Heranwachsen eines Kindes durch die Bindungspersonen erfüllt werden sollten und im Weiteren, welche Überlebensstrategien sich entwickeln, falls diese Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllt werden konnten:
Die 5 Kernbedürfnisse im NARM™:
01
Das Bedürfnis nach Kontakt ist ein emotionales und körperliches Bedürfnis, das in den ersten Lebensmonaten existenziell ist. Um gut in dieser Welt anzukommen, brauchen wir das Gefühl willkommen und gewollt zu sein, gehalten und getragen zu werden, uns sicher und geschützt zu fühlen.
02
Als kleines menschliches Wesen sind wir darauf angewiesen, dass sich die Bindungsperson auf uns einstimmt, sich für unsere grundlegenden Bedürfnisse nach Zuwendung, Essen, Schlaf und Schutz interessiert, diese erkennt und fähig ist, sie zu erfüllen, weil wir alleine dazu nicht in der Lage sind. Erfahren wir hier liebevolle Einstimmung lernen wir, dass unsere Bedürfnisse wichtig sind, wie wir sie spüren und einordnen können. Nur so können wir im späteren Leben selbst die Verantwortung übernehmen und gut für das sorgen, was wir brauchen.
03
"Grenze und Freiraum". Als Kind brauchen wir Autonomie, um eigenständig zu werden, um unsere eigene Kraft kennenzulernen und ihr zu vertrauen. Die Rolle der Bindungsperson ist es, dabei angemessen zu unterstützen, aber auch liebevolle und klare Grenzen zu setzen. So können wir später unsere eigenen Grenzen wahren, angemessen "Nein" sagen, und für uns selbst und unsere Wünsche und Bedürfnisse einstehen.
04
Um Vertrauen entwickeln zu können, müssen wir erfahren, dass wir unseren Bindungspersonen vertrauen können, und dass sie uns vertrauen. Wir müssen erfahren, dass sie wohlwollend mit uns umgehen, und es wirklich um uns geht. So können wir später tiefe und vertraute Beziehungen entwickeln in denen wir uns öffnen und verletzlich zeigen können.
05
Hier geht es um das Bedürfnis bedingungslos geliebt zu werden, so wie wir sind und selbst zu lieben und unsere Zuneigung zu zeigen, ohne Angst beschämt, zurückgewiesen oder ignoriert zu werden. Geliebt zu werden schließt Körper, Gefühl und unseren Geist ein, somit wird auch unsere Sexualität geprägt von diesem Kernbedürfnis.
Können oben aufgeführte Kernbedürfnisse durch die Bindungsperson nicht oder nicht im ausreichenden Maße erfüllt werden, entsteht im Kind ein innerer Konflikt. Im Zentrum steht dabei einerseits der Wunsch zur Erfüllung des eigenen Kernbedürfnisses - und andererseits die Angst, die Bindung zur Bindungsperson zu verlieren.
Da es für das Kind allerdings Überlebens notwendig ist, die Bindung zu erhalten, bleibt für das Kind nur, die eigenen Bedürfnisse und damit einhergehenden Gefühle wegzudrücken.
Zu jedem Kernbedürfnis prägen sich so die entsprechenden Überlebensstrategien aus, mit spezifischen scham- und stolzbasierten Identifikationen, Strategien, Glaubenssätzen und ggfs. auch körperlichen Symptomen.
Wir stecken in einer unbewussten Teufelskreisspirale fest, auf der wir unser gesamtes weiteres Leben aufbauen.
Der Schlüssel für gelingende Wachstums-und Heilungsprozesse ist Kontakt.
Nur wenn wir es wagen wieder in Kontakt mit uns selbst zu gehen, und damit wieder zunehmend die Fähigkeit entwickeln, unsere weggedrückten Bedürfnisse, Impulse, Gefühle und Wünsche wahrzunehmen, zu deuten und lernen mit Ihnen umzugehen, können wir die alten Muster durchbrechen.
Durch behutsames Erkunden, und in einer mitfühlenden Haltung uns selbst gegenüber, können wir uns neu für die eigenen Bedürfnisse entscheiden, so dass sich Identifikationen auflösen können.
„In uns allen gibt es eine Kraft, die spontan nach Kontakt, Gesundheit und Lebendigkeit strebt. So sehr wir uns auch zurückgezogen und isoliert haben oder so gravierend das erlebte Trauma auch sein mag – auf der tiefsten Ebene gibt es in jedem und jeder von uns einen Impuls in Richtung in-Verbindung-sein und Heilung, vergleichbar damit, wie die Pflanze spontan dem Sonnenlicht entgegenwächst.“
(Lawrence Heller, PhD - Gründer des NeuroAffective Relational Model™ (NARM)
Ilona Thurn - Ganzheitliche Traumatherapie
Menzinger Str. 68
80992 München
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz ersetzt keinen Besuch und/oder Therapie bei einem Arzt/Ärztin, Psychologen*in oder Psychiater*in. Es werden keinerlei Heilversprechen ausgesprochen.
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