Bindungstrauma zeigt sich im Erwachsenenalter auf vielfältige Art und Weise.
Nicht selten tragen wir über Jahrzehnte ein Bindungstrauma in uns, ohne dass es uns bewusst ist.
Unsere Überlebensstrategien, unsere Muster und Identifikationen sind so gefestigt, dass wir im Alltag ausreichend funktionieren.
Dass es eine tieferliegende Ursache geben muss, rückt erstmalig oft in Krisensituationen, die uns mehr als gewöhnlich herausfordern, oder wenn Körper und Psyche auf sich aufmerksam machen, ins Bewusstsein.
Wenn unsere bisherigen Strategien dann nicht mehr greifen, werden wir oft mit tiefer Überforderung, Verzweiflung, Orientierungs- oder Hilflosigkeit konfrontiert.
Ein Bindungstrauma zeigt sich meist erst im Erwachsenenleben, entsteht aber in der Kindheit durch eine anhaltende Störung der emotionalen und/oder körperlichen Sicherheit im Familiensystem.
Eine Trennung der Eltern, lange Krankheit oder Suchterkrankung eines Elternteils, Vernachlässigung und emotionaler oder körperlicher Missbrauch können mögliche Auslöser sein.
Häufig schätzen bindungstraumatisierte Menschen ihre Kindheit als “völlig normal” ein, weil Beschämungen, Machtausübung oder Manipulation zum Alltag gehörten, und darüberhinaus auch sehr subtil stattgefunden haben können.
Wir definieren als "normal" was wir in unserer Kindheit mit unseren Bindungspersonen alltäglich erlebt haben. Da uns als Kind andere Referenzerfahrungen fehlen, hinterfragen wir dieses "normal" nicht. Als Kind bleibt uns sowieso keine andere Möglichkeit, als mit diesen Bedingungen irgendwie zurechtzukommen.
Hier entsteht der innere Konflikt, der jedem Bindungstrauma im Kern zu Grunde liegt. Die Bindung zur Bindungsperson aufrechtzuerhalten (die unser physisches Überleben sichert) und dafür aber die eigenen Bedürfnisse wegdrücken zu müssen, oder den eigenen Bedürfnissen nachzugehen und dafür aber die Bindungsbeziehung zu riskieren.
Als Kind tun wir alles, um diese Bindung nicht zu gefährden. Wir legen uns Überlebensstrategien zu, um den Schmerz, den nicht erfüllte Bedürfnisse auslösen, nicht mehr fühlen zu müssen.
Im Erwachsenenalter sind wir dann so sehr mit diesen unbewussten Identifikationen, Überzeugungen und inneren Mustern verbunden, und so weit von unseren natürlichen Bedürfnissen und vom Kontakt zu uns selbst entfernt, dass es nicht selten eine Krisensituation benötigt um auf die innere Not aufmerksam zu werden.
Die Symptome und Folgen eines Bindungstraumas sind vielfältig und vielschichtig. Da es bereits in der frühen Kindheit entsteht, prägt es unsere gesamte Entwicklung, die Erfahrungen die wir machen und unsere Persönlichkeit.
Häufig rücken einzelne Symptome in den Behandlungsfokus, daraus resultierende Diagnosen greifen jedoch zu kurz, da die tieferliegende Ursache in Form des Bindungstraumas oftmals unentdeckt bleiben.
In der Körper und tiefenpsychologisch orientierten Traumatherapie arbeite ich bei Bindungstrauma mit dem NARM-Ansatz.
Die Arbeit geschieht im Hier und Jetzt -also in der Gegenwart, um die Muster und Überlebensstrategien der Vergangenheit zu identifizieren und zu erkunden.
So werden neue (Bindungs-) Erfahrungen möglich, die in der Zukunft neue Handlungsperspektiven, neue Blickwinkel und ein authentischeres Sein ermöglichen.
Körper, Verstand und Seele werden gleichermaßen mit einbezogen, um nachhaltige und tiefgreifende Erfahrungen zu ermöglichen und zu integrieren.
Ilona Thurn - Ganzheitliche Traumatherapie
Menzinger Str. 68
80992 München
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz ersetzt keinen Besuch und/oder Therapie bei einem Arzt/Ärztin, Psychologen*in oder Psychiater*in. Es werden keinerlei Heilversprechen ausgesprochen.
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